|
7:1 gegen Sunderland Heimsieg gegen Birmingham Everton zieht ins Viertelfinale ein „Wir werden Vollgas geben“ Stefan, die ersten Testspiele – gegen unterklassige Mannschaften – sind absolviert, der VfL ist unbesiegt. Seit Trainingsbeginn vor drei Wochen kennst Du die Mannschaft und die Stadt genauer – wie fühlst Du Dich? Stefan Wessels: Ich fühle mich wirklich gut, habe die Stadt schon ein wenig kennenlernen können und mich bisher recht ordentlich eingelebt. Innerhalb der Mannschaft gibt es meiner Meinung nach ein gutes Gemisch aus Jung und Alt – ich glaube, zum ersten Mal in meiner Karriere würde ich mich zu den Älteren zuordnen. Wir haben wie ich denke einen kompetenten und enthusiastischen Trainer, insgesamt haben wir ein gutes Umfeld: Ich fühle mich wohl! Es war in den Medien immer wieder zu hören, dass Du wegen Deiner Familie absolut im englisch-sprachigen Raum bleiben wolltest. Warum kommst Du dennoch in die zweite deutsche Liga? Stefan Wessels: Um es ganz deutlich zu sagen: Der VfL ist für mich eine große Herausforderung. Wir werden um jeden Punkt kämpfen müssen, jeder Angriff gegen mich ist entscheidend. Der Druck im UEFA-Cup mag ein anderer sein, aber auch beim VfL spüre ich einen Druck und will unbedingt die Klasse halten und nach oben etwas möglich halten. Ich merke auch, dass der Trainer und der Manager eine gute Truppe zusammengestellt haben. Diese Mannschaft kann einiges reißen. Ein konkretes Saisonziel möchte ich aber nicht abgeben – das bindet uns zu sehr. Du sprichst es an: Was ist das Saisonziel des VfL? Ist es, am 33. Spieltag den Klassenerhalt zu schaffen? Mit welcher Einstellung geht das Team in die Saison? Stefan Wessels: Um es ganz klar zu sagen: Wir werden Vollgas geben. Wir hoffen, dass dann am Ende der sichere Klassenerhalt steht. Das Projekt „33“ des Vorstandes ist deshalb auch motivierend, auch wenn ich als Spieler natürlich hoffe, schon früher die Zukunft des Vereins zu kennen. Mein persönliches Saisonziel ist natürlich, so wenig Tore wie möglich Tore zu kassieren. Das hat jeder Keeper. Bisher lief die Saisonvorbereitung sehr gut – Siege in Serie, zuletzt zweimal 3:0 gegen die beiden Oldenburger Klubs. Wie siehst Du die bisherigen Leistungen? Stefan Wessels: Jeder Sieg ist für eine Mannschaft wichtig – ob dies nun im Freundschaftsspiel ist oder in der Liga. Aber dennoch darf unsere Serie nicht darüber hinweg täuschen, dass die Chancenauswertung und das gesamte Auftreten noch nicht perfekt waren. Wir haben noch einige Zeit in der Vorbereitung und werden diese auch sinnvoll nutzen. Beim Auftakt auf Pauli werden wir dann sehen, wo wir stehen. Wie bewertest Du das Los im DFB-Pokal, bei dem ihr am Abend des 8. Augusts beim FSV Frankfurt antreten müsst? Stefan Wessels: Ich sehe das einigermaßen gespalten. Einerseits ist das ein sportlich attraktiver Gegner, wir werden wohl in der CommerzbankArena spielen und ein enges Spiel erleben. Andererseits – und das überwiegt, wenn man ehrlich ist - ist das Los eines der unglücklichsten, was wir erwischen konnten. Ein Amateurklub wäre einfacher gewesen. Ein Ligakonkurrent jedoch wie der FSV ist gleichwertig, nicht herausragend attraktiv – es wird keine Gala, sondern ein Arbeitsspiel. Ich hoffe dennoch, dass wir mit der gewissen „Fortune“ im DFB-Pokal recht weit kommen und unseren Fans packende Spiele bieten werden. Ich möchte in diesem Zusammenhang an eine besondere Erinnerung von mir an den VfL erinnern: Ich habe einmal die Chance gehabt, im DFB-Pokal in Osnabrück mit den Bayern zu spielen. Und wir sind knapp weitergekommen, ich habe damals ein ziemlich gutes Spiel gehabt. Das zeigt: Die Osnabrücker können im Pokal gute Leistungen zeigen... Viel Glück für die Saison!!! Wessels zurück in Niedersachsen Nach zehn Jahren außerhalb der Heimat hat Stefan Wessels den Weg zurück nach Niedersachsen gefunden: Der 29-jährige unterzeichnete einen Zweijahresvertrag beim Zweitligisten VfL Osnabrück. „Nach einem tollen Jahr beim Everton FC mit Einsätzen in der Premier League und im UEFA-Cup sowie dem Liga-Pokal wollte ich wieder regelmäßig spielen. Es freut mich, dass ich beim VfL die Möglichkeit habe, nah der Heimat zu wohnen und dennoch bei einem Verein mit Perspektive zu spielen“, begründete Stefan Wessels, dem Angebote aus England und Deutschland vorlagen, seine Entscheidung für die Lila-Weißen. Aufgewachsen ist Stefan Wessels im Emsland, wo er mit Eintracht Schepsdorf und TuS Lingen seine ersten Stationen als Fußballer hatte. Nach seinem Abitur im Jahr 1998 wechselte er zum deutschen Rekordmeister FC Bayern München, bei dem er hinter dem Nationaltorwart Oliver Kahn nicht über die Rolle des Ersatzkeepers hinauskam. Dies änderte sich mit seinem Wechsel zum Erstligisten 1. FC Köln zur Saison 2003/2004 – wo er in vier Jahren Erfahrungen in der Ersten und Zweiten Bundesliga machte. Im Sommer 2007 erfüllte sich Wessels, der nicht mehr auf das Vertrauen von Kölns Trainer Christoph Daum setzen konnte, einen Traum und wechselte als Ersatzkeeper hinter USA-Nationaltorwart Tim Howard zum Everton FC. Dort konnte er in drei Wettbewerben sieben Spiele absolvieren und beendete die Saison als „best of the rest“ mit dem 5. Platz in der Premier League. Mit dem VfL Osnabrück wechselt sich nun wieder die Perspektive: Nicht der Kampf um den Einzug in europäische Wettbewerbe ich das Ziel, sondern der Klassenerhalt in der zweiten Liga. „Aber das ist kein Problem für mich – die zweite Liga habe ich seit meiner Zeit in Köln intensiv beobachtet und ja auch eigene Erfahrungen gemacht. Ich hoffe, als einer der Älteren beim VfL mit meiner Erfahrung und absolutem Einsatz den Klassenerhalt so früh wie möglich sichern zu können“, so Wessels, der auch beim VfL nicht auf seine „Lieblingsrückennummer“ 33 getrennt hat. Everton weiter auf Kurs Everton FC ist weiter auf Kurs. Nach einem 0:0 in Blackburn steht die Elf von David Moyes immer noch auf dem 4. Tabellenplatz in der Premier League und damit auf einem Champions League-Platz. "Wir sind sehr gut ins neue Jahr gestartet und haben uns eine gute Position erarbeitet. Zwar kann Liverpool in dem Nachholspiel noch an uns vorbeiziehen, aber die aktuellen Platzierung zeigt deutlich, dass wir den Angriff auf die Top 4 in England gestartet haben und nicht chancenlos sind", so Stefan Wessels, der von einer Champions League-Teilnahme noch nicht träumen möchte. "Das wäre natürlich phantastisch für den Klub und uns Spieler, in die Quali für die Königsklasse zu kommen. Wir dürfen daran aber noch nicht denken, wollen in der Liga und im UEFA-Cup weiter erfolgreich sein, daran müssen wir arbeiten". Das letzte Ligaspiel bei den Blackburn Rovers verlief sehr unglücklich: Ein klares Tor in der Schlussphase wurde den Blues verweigert: "Schon im Stadion haben wir gesehen, dass das eigentlich unser Siegtreffer war, die Fernsehbilder sind natürlich noch deutlicher. Das ist ärgerlich, weil es 2 Punkte gekostet hat. Aber so ist Fußball!" In der Nacht von Sonntag auf Montag ist Stefan Wessels derweil Telefongast bei der WDR-Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs", die von 00:15 - 00:45 Uhr am Montag, 4. Februar 2008, ausgestrahlt wird. |
|||||
| | |||||